Woher weiß ich, ob es meine Intuition oder meine Ängste sind, die zu mir sprechen?

Intuition vs. alte Ängste – zwei völlig unterschiedliche innere Stimmen

Die meisten von uns standen irgendwann einmal vor einer Entscheidung und haben Folgendes empfunden:

„Ich weiß nicht, ob ich mich dabei richtig fühle – oder ob ich einfach nur Angst habe.“

Es ist eine der schwierigsten inneren Grenzen zu erkennen. Denn Angst und Intuition können sich manchmal überraschend ähnlich anhören. Beide wollen unsere Aufmerksamkeit. Beide können sich mächtig anfühlen. Aber sie entspringen völlig unterschiedlichen Bereichen in uns.

Die Sprache der Intuition

Intuition ist die Intelligenz der Seele. Sie ist direkt und klar. Sie braucht keinen Beweis. Intuition ist oft still. Sie macht kein langes Aufhebens. Sie muss nicht überzeugen, erklären oder übertreiben. Sie ist einfach da als klare Richtungsgabe. Manchmal ist sie sanft, manchmal fest mit kurzen körperlichen Empfindungen – aber selten chaotisch.

Wenn wir auf unsere Intuition hören, können sich Entscheidungen zwar bedeutsam anfühlen, der Körper erlebt aber gleichzeitig eine Art innere Ordnung. Es herrscht Klarheit, selbst wenn wir vor schwierigen Herausforderungen stehen.

Die Sprache der Angst

Ängste entspringen dem Gedächtnis des Nervensystems – nicht der Gegenwart. Sie tragen Erinnerungen an vergangene Erlebnisse in sich – an Dinge, die wehgetan haben, sich bedrohlich anfühlten oder damals unerträglich gefährlich waren. Ihre Aufgabe ist es, uns zu schützen. Das Problem ist, dass sie uns oft vor Dingen schützen, die heutzutage keine Gefahr mehr darstellen.

Angst spricht schnell. Sie häuft Argumente an, malt Zukunftsszenarien und will uns zum sofortigen Handeln drängen. Sie erzeugt eine chaotische Spannung im Körper, die lange anhalten kann und unsere innere Welt verengt. Die Gedanken kreisen, und vieles dreht sich darum, was schiefgehen könnte.

Wenn die Angst sich die Stimme der Intuition aneignet

Angst kann sich oft in der Sprache der Intuition äußern. Dies gilt insbesondere für Menschen, die viel Verantwortung getragen haben, stets wachsam sein mussten oder früh gelernt haben, Risiken vorherzusehen. In solchen Fällen kann das Schutzsystem sehr ausgefeilt sein.

Das bedeutet nicht, dass Intuition schwach ist. Es bedeutet lediglich, dass sie lange Zeit mit einem sehr starken Überlebenssystem koexistieren musste.


Was im Körper geschieht

  • Intuition korreliert mit einem Gleichgewicht im Nervensystem (parasympathischer Modus).
  • Angst aktiviert die Amygdala (Bedrohungszentrum) und das Stresssystem.

Daher:

  • Intuition = reguliertes System
  • Angst = Überlebensreaktion

Es geht nicht um „spirituell versus psychologisch“ – es ist dasselbe System , nur von zwei Seiten betrachtet.

Den Unterschied lernen

Intuition von Angst zu unterscheiden, ist keine Technik, die man in einer Woche beherrscht. Es ist eine Beziehung, die mit Achtsamkeit, Erfahrung und Selbstachtung wächst. Manchmal irren wir uns. Manchmal verwechseln wir sie. Das ist ein natürlicher Teil des Lernprozesses.

Wichtig ist nicht, immer das „Richtige“ zu wählen, sondern dass wir langsam lernen, so zuzuhören, wie es sich für uns selbst stimmiger anfühlt.

Wir tragen Weisheit und Schutz in uns. Wenn sie ihren rechtmäßigen Platz erhalten, können sie zusammenwirken – anstatt uns in verschiedene Richtungen zu ziehen.


Eine Möglichkeit, Intuition und Angst zu unterscheiden

Wenn ein Gefühl, ein Impuls oder ein Gedanke auftaucht, können Sie sich 5 konkrete Fragen stellen:

1. Ist es hier ruhig oder belebt?
  • Intuition = immer noch
  • Angst = Dringlichkeit
2. Ziehe ich mich zusammen oder dehne ich mich aus, wenn ich das spüre?
  • Intuition erweitert den Horizont, auch wenn es unangenehm ist.
  • Angst = Schrumpft
3. Muss mich das durch Argumente überzeugen?
  • Intuition = muss sich nicht selbst erklären
  • Angst führt zu langem Nachdenken
4. Stammt dies aus der Gegenwart – oder aus einer alten Erinnerung?
  • Intuition = hier und jetzt
  • Angst = damals und dort
5. Wenn ich alle „Was wäre wenn“-Fragen ausblende – was bleibt dann übrig?

Was bleibt, wenn die „Was wäre wenn“-Stimmen verstummen, ist fast immer Intuition.


Ein wichtiger Tipp, den man sich merken sollte

Intuition fühlt sich nicht immer freundlich, sicher und sanft an. Sie kann auch sein:

  • Bestimmt
  • Grenze
  • Unerwartet
  • Radikale

Der entscheidende Unterschied ist jedoch: Intuition kann durchaus scharfsinnig sein , aber niemals hysterisch .


Eine Gelegenheit zum Üben

Wenn Sie vor einer Entscheidung stehen:

  1. Lege eine Hand auf deine Brust.
  2. Sag leise: „Wenn das Angst ist – zeig sie mir in deinem Körper.“ Warte 10 Sekunden.
  3. Sag dann: „Wenn das meine Intuition ist – zeig sie mir körperlich.“ Warte 10 Sekunden.

Der Unterschied in der Körperreaktion ist oft deutlich , selbst wenn er subtil ist. Es kann dauern, bis man diese Reaktionsfähigkeit wiederfindet, besonders wenn man lange Zeit wachsamer als ruhig war. Doch jedes Mal, wenn man innehält und kurz hinhört, vertieft man diese Verbindung. Es gibt keinen Grund zur Eile. Du bist bereits auf dem richtigen Weg ❤️

Liebe Grüße, Christine


© by HerMine's 

Letzte Aktualisierung: 2. Dezember 2025

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